Aktion Zivilcourage

Autoschäden beim Ein- und Ausparken

Die österreichische Hauptstadt Wien, eine Millionenstadt, hat wie viele andere Großstädte auch ein sehr starkes Verkehrsaufkommen. Nicht nur die Einwohner Wiens, die mit ihren Pkw den Straßenverkehr bestimmen, sondern auch viele Touristen, die mit dem eigenen oder einem Leihwagen in den Straßen Wiens unterwegs sind, sorgen hier häufig für Staus und durchaus stressbelastete Verkehrssituationen. Auch das Parken in Wien ist ein sehr großes Problem. Da haben es Mottorradfahrer mit ihrer schicken Motorradbekleidung einiges leichter eine geeignete Stellfläche zu finden.
Insbesondere in der Innenstadt und rund um die zahlreichen Sehenswürdigkeiten herrscht ein großer Mangel an geeigneten Parkplätzen. Nicht selten führt dies dazu, dass jede noch so kleine Lücke ausgenutzt werden soll. Vielen Autofahrern fällt es jedoch schwer einzuschätzen, ob das eigene Auto in die freie Parklücke hineinpasst. Beim Rangieren kann es deshalb schnell zu Problemen kommen.
Wenn der Fahrer sich nicht absolut sicher ist und möglicherweise ein paar Mal vor- und zurücksetzt, ist er in der Regel sehr angespannt. Es kann vorkommen, dass er mit seinem Wagen ein anderes Auto touchiert, ohne dass ihm das selbst auffällt. Meist geht das ohne größere Beschädigung ab, trotzdem wäre hier die Zivilcourage des Beobachters durchaus gefragt. Hat der Fahrer selbst nicht bemerkt, dass er ein anderes Auto berührt und möglicherweise beschädigt hat oder ignoriert er diesen Vorfall, macht er sich möglicherweise strafbar. Das Entfernen vom Ort des Geschehens erfüllt den Straftatbestand der Unfallflucht. Beobachter, die sehen, dass beim Einparken eine Berührung zwischen Autos zustande gekommen ist, sollten über genügend Zivilcourage verfügen, den Fahrer anzusprechen und darauf hinzuweisen, dass er möglicherweise gerade eine Sachbeschädigung verursacht hat. Der Fahrer darf in diesem Fall nicht einfach weggehen oder wegfahren. Im Zweifelsfall sollte er selbst die Polizei benachrichtigen, falls der Halter des beschädigten Autos nicht unmittelbar zu ermitteln ist.
Es kann natürlich vorkommen, dass der Fahrer uneinsichtig ist und trotzdem einfach weiterfährt. In diesem Fall gehört zur Zivilcourage auch, dass der Beobachter sich das Autokennzeichen notiert und seinerseits die Ordnungsbehörden über diesen Vorgang in Kenntnis setzt.
Autofahrer selbst sollten sich Gedanken darüber machen, wie sie solche natürlich ungewollten Beschädigungen am eigenen und an fremden Autos verhindern können. Die Automobilindustrie bietet Einparkhilfen an, die bei vielen Neuwagen bereits zum Standard gehören. Aber auch eine Nachrüstung ist für viele Modelle möglich. Eine Nachfrage beim Autohändler oder Hersteller wäre deshalb hier das geeignete Mittel der Wahl. Eine Einparkhilfe gibt ein akustisches Signal ab, wenn man sich einem Hindernis nähert. Je näher der Fahrer also einem anderen Auto kommt, umso schneller werden die Pieptöne, die ihm signalisieren, wie viel Platz er noch zum Rangieren zur Verfügung hat.
Auch der Einbau einer Sichtlupe in die Heckscheibe kann hilfreich sein, weil man damit den toten Winkel hinter dem Auto besser einsehen kann. Wer nicht über eine solche Einparkhilfe verfügt, kann zum Beispiel seinen Beifahrer bitten, auszusteigen und den Fahrer in die Parklücke einzuweisen. Ist man allein unterwegs, besteht auch die Möglichkeit, einen Passanten zu bitten, das Einweisen in die Parklücke zu übernehmen.

Es gibt natürlich auch Autofahrer, die sich mit dem Einparken besonders schwer tun. Diese Fahrer sollten in ihrem eigenen Interesse eine Fahrschule aufsuchen. Es ist in jeder Fahrschule möglich, Einzelstunden zu buchen und zum Beispiel ganz speziell das Einparken in enge Parklücken zu trainieren. Die meisten Fahrschulen gestatten hier sogar, dass der Fahrer sein eigenes Auto benutzt. Dadurch erlernt er die Abmessungen seines Wagens einzuschätzen und zu erkennen, ob die anvisierte Parklücke ausreichend groß ist. Insbesondere bei einem Fahrzeugwechsel, zum Beispiel von einem kompakten Kleinwagen zu einer größeren Limousine, können ein oder zwei Fahrstunden mit einem Fahrlehrer, der einen aktiv beim Ein- und Ausparken unterstützt, ausgesprochen wirksam sein.




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