Stellen Sie sich vor, Sie sind mit dem Auto unterwegs, nach einer langgezogenen Kurve sehen Sie einen Verunfallten Pkw im Straßengraben auf dem Dach liegen. Ihnen schießt es durch den Kopf, eigentlich müsste ich anhalten und helfen, aber kann ich das überhaupt? Schließlich war mein einziger
Erste Hilfe Kurs bei der Führerscheinausbildung und ist doch schon so lange her. Was ist, wenn der Verunglückte schwer verletzt ist und ich etwas falsch mache, dann werde ich auch noch dafür belangt. Leider hat es sich in vielen Köpfen durchgesetzt lieber gar nichts, wie etwas Falsches zu tun. Sie werden mit Sicherheit noch viele weitere Gründe finden vorbeizufahren, sei es ein Termin, eine Verabredung oder Sonstiges. Gibt es wirklich etwas wichtigeres wie jemanden in einer Notsituation zu helfen und damit Zivilcourage zu zeigen?
Drehen wir den Spieß einfach mal um. Stellen Sie sich vor, Sie liegen eingeklemmt in dem Auto, haben höllische Schmerzen und können sich nicht selbst befreien. Sie hören ein Auto kommen. Da kommt endlich jemand der mir hilft, denken Sie sich, doch das Motorengeräusch wird leiser, der Wagen fährt vorbei. Der Fahrer hatte Angst anzuhalten. Nein, es war wohl eher ein Geschäftstermin. Das werden Sie wohl nie erfahren. Hätte er nicht wenigstens stoppen, mir sagen können, Hilfe ist unterwegs und mir so meine Ungewissheit, und einen Teil meiner Angst nehmen können? So können für den Verunfallten die Minuten zu Stunden, aus einer anfangs harmlosen eine bedrohliche Situation werden. Keiner weiß, ob der Verunglückte Hilfe braucht, wenn ja wie lange er schon auf diese hofft. Aus diesem Grund sollten Sie bei einem Unfall immer anhalten und versuchen zu helfen, selbst wenn Sie nur mit dem Verletzten sprechen. Das was Sie von Ihrem Erste Hilfe Kurs bei der Führerschein Ausbildung noch wissen, wird in den meisten Fällen ausreichen dem Verunglücktem ein wenig Sicherheit zu geben. Es erwartet keiner den Sachverstand eines vollständig ausgebildeten Mediziners von Ihnen. Es gibt auch noch die Möglichkeit beim Rotem Kreuz zum Beispiel für kleines Geld einen Auffrischungskurs zu besuchen. Sie sollten auch nicht vergessen, das unterlassene Hilfeleistung eine Straftat ist.
Leider ist die Akzeptanz in der Bevölkerung Hilfe zu leisten nicht allzu groß. Nur etwa jeder vierte Mitbürger ist bereit einem Fremden zu helfen. Dabei muss es sich nicht unbedingt um so eine Extremsituation wie einen Autounfall handeln, darunter fällt auch die einfache Wunde am Kopf des Nachbarjungen.
Zivilcourage zu haben, bedeutet zu handeln, anstatt wegzusehen, die Angst etwas falsch zu machen überwinden, das kann ein tolles Gefühl sein, einen auf positive Art aus der Masse herausheben. Vielleicht sollten Sie darüber mal nachdenken.