
Die Kriminalität in Großstädten nimmt rapide zu, und das nicht nur in Österreich. Viele Menschen sind auf engerem Raum zusammengepfercht - kein Wunder, dass es dadurch auch zu Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten kommen kann. Dies ist natürlich nicht die einzige Ursache für Gewalt in Großstädten, und solange es diese gibt, muss es auch Zivilcourage geben. Doch gerade an ihr mangelt es häufig.
Die fehlende Zivilcourage
Gewaltverbrechen geschehen in der Großstadt oft inmitten der Öffentlichkeit. Ob es sich nun um eine Schlägerei handelt oder um einen
Taschendieb mit langen Fingern: Dadurch, dass sie sich in der Großstadt kaum verstecken können, haben sie keine andere Wahl, als in der Öffentlichkeit zu agieren. Das bedeutet aber auch, dass immer genug andere Menschen anwesend wären, um einzugreifen und erfolgreich zu sein. Es mangelt lediglich an der Zivilcourage, nicht etwa an der Zahl der Anwesenden.
Die eigene Sicherheit
Wer an der eigenen Zivilcourage arbeiten will, sollte darüber hinweg niemals die eigene Sicherheit vergessen. Wer dazwischen geht, muss sich immer dessen bewusst sein, dass er in eine aufgeladene Situation kommt und vielleicht gar nicht als Mensch wahrgenommen wird, der unabsichtlich verletzt werden könnte. Sind bereits Waffen gezückt, ist es keine Zivilcourage mehr, dazwischen zu gehen und zu riskieren, selbst schwer verletzt zu werden - oder schlimmer. Handelt es sich jedoch um einen Streit zwischen Jugendlichen, die offensichtlich keine Waffen bei sich haben, spricht nichts dagegen, sich für die Schwächeren einzusetzen und dafür zu sorgen, dass es nicht noch schlimmer kommt. Letztendlich handelt es sich bei der Zivilcourage immer um eine Abwägung zwischen dem eigenen Eingreifen oder dem Notruf.
Auch bei
Events und Veranstaltungen in Wien legen die Veranstalter viel Wert auf die Sicherheit der Besucher und helfen sich mit Sicherheitsfirmen, die für einen reibungslosen Ablauf sorgen.
Die Risiken der Zivilcourage
Wenn einer eingreift und sich gegen die Gewalt in Großstädten einsetzt, fühlen sich die anderen häufig dadurch ermutigt und machen mit. Der erste Umstehende, der eingreift, trägt immerhin auch das höchste Verletzungsrisiko. Wenn die Täter gewaltbereit sind, werden sie zuerst auf ihn losgehen und die anderen Personen nur noch am Rande wahrnehmen, die sich einmischen. Wenn man jedoch in der Gruppe auftritt, sind auch wiederum die Chancen größer, dass man noch verletzt wird, da die Überzahl schlichtweg gewinnt. Ein gewisses Verletzungsrisiko bleibt jedoch immer, uns aufs Einschalten der Behörden sollte man ebenfalls nie verzichten.