Aktion Zivilcourage

Rechtsschutzversicherung - so kommen Sie zum Recht

Recht haben ist die eine Sache, Recht bekommen die andere. Und wenn man Juristen Glauben schenken darf, dann ist es bei Gericht wie auf hoher See: Man weiß nie, was einen erwartet. So ist es unerlässlich, dass selbst Verbraucher, denen eigentlich kein großer Hang zum Klagen nachgesagt wird, sich vor eben diesen Klagen schützen. So kann es ganz plötzlich passieren, dass man sich mit einer Behauptung konfrontiert sieht, die man so nicht geäußert hat, oder dass ein Vermieter nun schon so oft die Miete erhöht hat, dass man dagegen vorgehen möchte. Und wer im Straßenverkehr nicht aufpasst und einen Unfall verursacht, der vor Gericht aufgearbeitet werden muss, dann wird spätestens bei der Kostenaufstellung klar, wie wichtig der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung eigentlich ist. Denn abgesehen von den grundsätzlichen Unannehmlichkeiten einer gerichtlichen Auseinandersetzung ist es im Fall des Unterliegens nämlich die Pflicht des Unterlegenen, alle Kosten dieser Angelegenheit zu zahlen. Das sind neben den Kosten der Anwälte auch die Gerichtskosten und mögliche Entschädigungszahlungen der Zeugen. Eine abgeschlossene Rechtsschutzversicherung übernimmt dann in der Regel die Kosten; eventuell muss der Versicherte eine Selbstbeteiligung in geringer Höhe leisten. Aber finanziell zugrunde geht er nach einem verlorenen Prozess nicht.

Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Rechtsschutzversicherung eine Spartenversicherung ist. D.h. sie leistet nur dann, wenn die Streitigkeiten sich auch für auf den abgeschlossenen Rechtsbereich beschränken. Wie etwa die Verkehrsrechtsschutzversicherung, die nur dann die Kosten erstattet, wenn sich das Verfahren um Verkehrsdelikte dreht. Oder eine Mietrechtsschutzversicherung, die die Kosten eines Prozesses rund um ein Mietverhältnis gegen den Vermieter reguliert. Dass insofern Verbraucher eine Rechtsschutzversicherung abschließen müssen, steht angesichts möglicher hoher Kosten außer Frage. Sie muss aber auf die persönlichen Lebensumstände abgestimmt sein.

Angeboten werden Rechtsschutzversicherungen von nahezu jeder Versicherungsgesellschaft. Verbraucher sollten aber darauf achten, sich auf kurzfristige Verträge zu beschränken; maximal fünf Jahre Laufzeit sollten vereinbart werden. Außerdem ist eine Selbstbeteiligung zu empfehlen. Diese senkt die Prämie für die Rechtsschutzversicherung. Zu guter Letzt sei noch darauf hingewiesen, dass bei den meisten Versicherern eine Wartezeit einzuhalten ist. Wer sich insofern bereits in einem Rechtsstreit befindet und dann erst einen Vertragsabschluss tätigt, muss damit rechnen, dass die Kosten von der Versicherung nicht übernommen werden.




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