Skifahren hat nicht nur etwas mit Freude an Sport, Geschwindigkeit, Schnee und Sonne zu tun, sondern auch etwas mit Umsicht, Rücksicht und Verantwortungsübernahme. Dies gilt sowohl für den eigenen Schutz (Skiausrüstung, Helm, Verzicht auf Alkohol) als auch in Bezug auf andere Personen. Unserer besonderen Umsicht bedürfen Anfänger und Kinder. Aber auch geübte Skifahrer stürzen vorallem viele verletzen sich auch dabei - eine
private Unfallversicherung ist auf alle Fälle ratsam. Zur Hilfe ist man ethisch-moralisch und auch gesetzlich verpflichtet (siehe
Hilfelesitung bei einem Unfall). Oberstes Gebot ist daher, nachzuschauen, ob dem gestürzten Fahrer etwas passiert ist und ob eventuell Erste Hilfe geleistet werden muss.
Wenn Sie feststellen, dass dies der Fall ist, sichern Sie zuerst das Gelände ab. Dazu stecken Sie die Ski gut sichtbar in den Schnee und kreuzen die Spitzen. Nehmen Sie dann Kontakt mit der gestürzten Person auf, indem Sie sie schon im Gehen anrufen bzw. in ruhigem Ton ansprechen.
Rufen Sie weitere Helfer herbei, entweder per Zuruf oder mit dem Handy.
Befindet sich der Verunfallte in einer Gefahrenzone (bei Absturzgefahr, Gefahr von Steinschlag oder bei unübersichtlicher Skipiste), sollten Sie ihn aus dieser Zone bringen. Dazu ist es günstig, den Rautek-Griff anzuwenden, bei dem Sie der verletzten Person vom Rücken her unter den Achseln hindurchgreifen und deren Unterarm umfassen, der quer vor die Brust gelegt ist. Dann richten Sie sich auf und können nun rückwärts gehend die Person aus dem Gefahrenbereich ziehen. Dabei unterstützen Sie die Last mit Ihren Oberschenkeln. Besondere Vorsicht ist geboten bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung.
Nun müssen Sie sich versichern, ob der verunfallte Skifahrer bei Bewusstsein ist, ob er atmet und ob sein Herz schlägt. Wenn Atmung und Herzschlag sicher sind, legen Sie ihn in stabile Seitenlage, möglichst auf eine Unterlage. Machen Sie die Atemwege frei und überprüfen Sie immer wieder Herzschlag und Atmung. Ist die Person bei Bewusstsein, sprechen Sie in ruhigem Ton mit ihr. Wenn Sie Atemstillstand feststellen, sollten Sie lebensrettende Sofortmaßnahmen beginnen. Überstrecken Sie den Kopf der Person, machen Sie die Atemwege frei und beginnen Sie mit Beatmung Mund zu Mund oder Mund zu Nase (ca. 1 mal pro 5 Sekunden). Stellen Sie Herzkreislaufstillstand fest, beginnen Sie mit Herzdruckmassage. Dazu suchen Sie im unteren Brustbeindrittel den Druckpunkt und führen die Herzdruckmassage mit gestreckten Armen und einer Drucktiefe von ca. 4 bis 5 Zentimetern durch. Bei der Einhelfermethode beatmen Sie 2 mal, dann erfolgen 15 Druckmassagen (ca. 80 pro Minute). Stellen Sie einen Schock fest, sprechen Sie beruhigend mit der Person, lagern Sie sie so, dass sie nicht auskühlt, entweder in der stabilen Seitenlage oder bei Kopfverletzungen mit erhöhtem Oberkörper.
Auch bei starken Blutungen sollten Sie beruhigend mit der Person sprechen, sie in die stabile Seitenlage bringen und nach sterilem Abdecken der Wunde einen Druckverband anbringen. Haben Sie nichts zum Verbinden dabei, vermindern Sie mit Hilfe des Drückens der Finger die Blutung. Abbinden Sollten Sie nur, wenn eine arterielle Blutung durch die angeführten Maßnahmen nicht gestillt werden kann.
Lassen Sie sich nicht durch den Gedanken, Sie könnten mehr Schaden verursachen als durch den Sturz entstanden ist, von der Ersten Hilfe abhalten. Was Sie in diesem Augenblick tun, kann tatsächlich Leben retten.